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: Gesellschaft :: Wenzel macht das Licht aus :
Im Juni schließt der "Rote Salon" in der Mozartstraße für immer. Nach 20 Jahren verabschiedet Salonbesitzer Maschel Schöne die Bühne mit Hans-Eckardt Wenzel

Text & Bild: Michael Falgowski

Der Rote Salon" schließt. Nach 20 Jahren verschwindet eine Institution aus Halles nichtsubventionierter Kulturszene. Und eine Institution ist der Rote Salon tatsächlich. Mehr als 80 Lesungen, Konzerte, Diskussionen, Filme oder auch Tangotanzen haben in dem rot getünchten Zimmer in einem sanierungsbedürftigen HWGMietshaus in der Mozartstraße stattgefunden. Obwohl nur eine halböffentliche Bühne, hatte der Salon, durch Mundpropaganda und Newsletter verbreitet, geschätzt 3500 Gäste. Eintritt wurde nicht verlangt. Viele brachten ihre eigenen Stühle mit. 
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Mitunter war der Andrang beängstigend. Ich selbst habe oft die Musik nur von der Küche aus gehört, im Salon war kein Platz mehr", sagt Marschel Schöne. 1997, da war er 21 Jahre alt, hat der Hallenser mit anderen zum ersten Kulturabend in sein Wohnzimmer eingeladen. Nun, im Juni, findet das letzte Konzert statt. Gut möglich, dass Marschel Schöne auch dieses von der Küche aus verfolgen muss. Denn alle Plätze sind restlos vergeben. Immerhin spielt Hans-Eckardt Wenzel! Und auch Wenzel nimmt keine Gage. So wie alle Künstler und Akteure, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten privat im Roten Salon aufgetreten sind. Die meisten waren Freunde.

Alle begeistert das Nichtkommerzielle an unserem Projekt", sagt Schöne. Nach wenigen Tagen jedenfalls waren die 100 Plätze für das Wenzel- Konzert im Roten Salon vergeben, dessen namensgebendes Rot der Hallenser Restaurator Helfried Weidner angemischt hat.

Schon seit 15 Jahren wohnt der Salon-Betreiber Marschel Schöne nicht mehr in Halle. Die Mietwohnung in der Mozartstraße hat er dennoch behalten. Er wollte die Wohnung - den Roten Salon - nicht aufgeben, sagt Schöne. Die Intention, den Salon ins Leben zu rufen, sagt er, war jung zu sein, Lebensfreude, der Wunsch, Musik zu machen, bei Wein gute Gespräche mit netten Leuten zu führen. Und das alles in in einer gutbürgerlichen unsanierten Wohnung, die Kultur in sich trägt. Die zu beleben, das hat Freude gemacht." 
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Der ,Rote Salon, das hie, jung zu sein, Lebensfreude, der Wunsch, Musik zu machen, bei Wein gute Gesprche mit netten Leuten zu führen. Und das alles in in einer bürgerlichen, unsanierten Wohnung, die Kultur in sich trgt.

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Andere sahen das ähnlich. Die Gruppe Das blaue Einhorn" etwa hat ein Hofkonzert gegeben. Und auch der Schauspieler Rolf Hoppe war Gast und hat Marschel Schönes eigene Texte, Frühlingslieder", vorgetragen, die Hoppe auf einer CD eingesprochen hatte. Ebenfalls ohne Honorar. Marschel Schöne hatte den Schauspieler einfach angerufen und gefragt! Einmal, als der Autor Wiglaf Droste bei seinem zweiten Abend im Roten Salon nicht erschienen ist, haben wir als Zuschauer selbst seine Texte gelesen ein dreieinhalb Stunden langer Droste-Abend, ohne Droste. Die Londoner Pianistin Lola Perrin spielte auf dem alten Klavier, der Gitarrist Falk Zenker musizierte barfuß, der Geiger Toni Geiling spielte irische Musik.

Als der Rote Salon eröffnete, hat Schöne noch an der Polizeifachhochschule in Aschersleben studiert. Doch Schöne, ausgestattet mit einer ausgeprägten Aversion gegen Hierarchien, wie er sagt, beendete mit 25 Jahren die Beamtenlaufbahn. Und studierte stattdessen Kriminologie in Hamburg und London. Schöne lebte und arbeitete außerdem in den vorpommerschen Herrenhäusern Lüskow und Heinrichsruh, auf der Insel Hiddensee, in Leipzig, Bern und Ristonchia (Italien), promovierte in Kriminologie, wanderte von Dresden ans Schwarze Meer. Gegenwärtig ist er unter anderem Professor für Kriminalwissenschaften an der Polizei-Fachhochschule in Güstrow und lehrt an den Universitäten Leipzig und Regensburg Kriminologie und Soziologie. Heute lebt er mit seiner Familie in einem Herrenhaus bei Naumburg.

Und nun ist Schluss in Halle. Die Vorstellung, den Roten Salon 30 oder 40 Jahre zu machen, ist doch gruselig. Ich finde ja schon die 20 Jahre Wahnsinn!", sagt der 41-Jährige. Wenn man immer das gleiche mache, werde man irgendwann zu seiner eigenen Parodie. Das muss man durchbrechen", sagt Marschel Schöne, der diesen Vornamen übrigens in seinem Pass stehen hat. Die Idee, einen solchen Salon zu gründen, hatten Marschel Schöne und die anderen vor 20 Jahren übrigens wegen eines privaten Blauen Salons", den es damals in Halle gab. Vielleicht finden sich ja auch wieder junge Leute, die selbst etwas ähnliches auf die Beine zu stellen wollen!" Die müsse es doch heute auch noch geben.

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