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: Kultur :: Leidenschaft und preisgekrönt :
Die Sommerlektüre hallescher Verlage

Text: Annett Krake; Bild: Buchcover/Hasenverlag

Da ist sie, die Zeit, in der wir unseren Stapel der ungelesen Bücher nach geeigneten Sommerbüchern noch einmal durchschauen. Oder eben den Blick auf die hiesigen Verlage richten. Der FRIZZ hat beim Mitteldeutschen Verlag (MDV) und dem Hasenverlag vorbeigeschaut, um festzustellen, was beim Lesen neben das gekühlte Getränk auf den Gartentisch gehört.

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Für ihren Roman „Die Hoffnungsvollen" bekommt die Autorin, die unter dem Pseudonym Anna Sperk schreibt, in diesen Tagen den Klopstock-Förderpreis verliehen. In dem preisgekrönten Werk beschreibt die Autorin das Leben einer jungen Frau, die in den letzten Atemzügen der DDR das Abitur macht, gleich danach das elterliche Refugium verlässt und mit hoffnungsvollen Schritten auf die Uni zusteuert.

Sie kämpft sich durch die Hochschulstrukturen, stellt sich gelenkig der Wiedervereinigung, denkt sich in das neue System, verliebt sich, arbeitet hart, hofft auf ein zukünftiges Arbeitsleben im universitären Betrieb und muss doch begreifen, dass junges Mutterglück und die Abarbeitung der Literaturliste beim Schreiben der Promotion, schwer vereinbare Aufgaben sind. Alex, die willensstarke junge Frau, lässt sich nicht abbringen von ihrem visionären Vorhaben, durchlebt Verunsicherungen, Abgründe und die Unverhofftheit des Lebens.

Sie nimmt klug Herausforderungen an und stellt fest, dass der Doktorhut auf dem Kopf keine Garantie für einen erfüllenden Job, mit einem beruhigenden Gehalt am Monatsende ist. Anna Sperk schafft mit ihrem Roman Authentizität, lässt uns auf wunderbare Weise teilhaben an den Lebensschritten von Alex und findet dafür eine Sprache die bannt.

Die neueste Publikation des Hasenverlags widmet sich dem Unternehmer Carl Wentzel, der mit Wagemut, Intelligenz und Weitblick zu einem der größten Agra- Industrie Unternehmer Deutschlands in den dreißiger Jahren avancierte. Die Autorin Eva Scherf erzählt mit präzisen Worten und einem enorm recherchierten Hintergrund die Lebens- und Erfolgsgeschichte von Carl Wentzel.

Ein faszinierender Unternehmer, der als junger Mann die Familie verließ, um anderen Fabrikanten über die Schulter zu schauen, dann für ein Jahr in die Welt zog und mit ausreichend Handwerk im Gepäck zurückkehrt, um sich seinen Aufgaben im väterlichen Besitztum zu stellen. Die Ländereien rund um Brachwitz, Teutschenthal, Langenbogen und Höhnstedt erblühen unter Wentzels Regime. Er strukturiert die Zuckerwirtschaft um, baut zum leichteren Transport von Rohkaolin eine Drahtseilbahn über die Saale, investiert in eine mobile Beregnungsanlage für die Felder rund um Salzmünde und schafft soziale Einrichtungen für seine Arbeiter.

Eva Scherf taucht in das Leben eines unbeirrbaren Mannes ein, zeichnet mit fabelhaften Worten ein erstaunliches Porträt, durchdringt das Abbild einer unfassbaren Zeit, rekonstruiert ein gewaltiges Stück Historie, die noch Bruchstückhaft zu entdecken ist, wenn wir unseren Blick auf das nahe Umland richten.

Neunundzwanzig biografische Auszüge präsentieren uns Monika Stenzel und Ulrike Jackwerth mit ihrem Buch „He, du Glückliche" erschienen im MDV. Angelehnt an Maxie Wanders persönliche Dokumentationen über Frauen aus der DDR, suchten die Autorinnen abermals Gesprächspartnerinnen, die die DDR noch erlebt haben. Sie sprechen mit deren Töchtern und Enkelinnen über gelebte oder nicht gelebte Träume, über Entscheidungen, die durch einen Konglomerat von Einflüssen schwer zu treffen waren, über Aushalten, über Hinnehmen, über Aufbrechen, über Weggehen, über prägende Ereignisse, über Sehnsüchte und Erfüllung, über den ganz persönlichen Lebensweg, den es zu bestreiten gilt und dem wir in manchen Augenblicken schonungslos ausgesetzt sind. Ein lebendiges, aufwühlendes Mosaik an Stimmen, an Begegnungen – spannend, erkenntnisreich, berührend.

Und wer den Ostseewind in diesem Sommer nicht auf der Haut spüren kann, nicht auf die Fähre von Schaprode nach Vitte steigt, um auf Hiddensee die Seele baumeln zu lassen, der ist mit dem neuesten Krimi vom Tim Herden gut beraten.

Die Inselpolizisten Rieder und Damp durchstreifen das Eiland, um den mysteriösen Tod eines Unternehmers und Kunstsammlers aufzuklären. Tim Herden, Bruder des halleschen Konzertveranstalters Ulf Herden, beschreibt detailliert die Landschaft Hiddensees, die Marotten der Inselbewohner, die Individualität der mit Ried gedeckten Häuser. Es ist, als würde man beim Lesen die Brandung hören, selbst die Wege auf Hiddensee befahren und dabei den einzigartigen Charme der Insel spüren. Und wer Tim Herden lesend und live erleben möchte, der kann das am 26. Juli im Hof des Neuen Theaters tun.

Und für alle, die es immer noch nicht bemerkt haben sollten, ein literarischer und historischer Hochgenuss ist der im Hasenverlag erschienene Band über Kröllwitz von Heidi Ritter. Im vergangenen Herbst erschien das Heft über den beliebten Stadtteil und gehörte schon bald zu den meist verkauften Titeln der Saison. „Vom Fischerdorf nach SEXY Kröllwitz" bietet erstaunliche Einblicke in das einstige Fischerdorf, die in ihrer Gesamtheit auch dem beflissensten Hobbyhistoriker nicht bekannt sein dürften – definitiv eine Sommerbuch- Empfehlung!

Lesung, „Das Verbrechen macht keinen Urlaub" von und mit Tim Herden, Donnerstag, 26. Juli, 15 Uhr, Hof des Neuen Theaters

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