Drei Schafe für ein Halleluja: Worum geht’s?
Es ist eine Western-Komödie. Eine Art Paralleluniversum. Wie sähe Halle in Zeiten des wilden Westens aus? Es handelt von staubigen Stiefeln, durstigen Schafen und vom „flüssigen Gold“ der Saale-City. Unsere Alleinstellungsmerkmale werden dabei weitergeführt: lokale Bezüge, schöne Lieder, ein Ansprechen des Publikums. Und es gibt im Stück noch einen Überraschungstwist, den ich aber noch nicht verraten werde.
Stichwort „Wildwest-Groteske“.
Unsere Hauptfigur ist kein typischer Held, er ist kein harter Typ, sondern einer, den man im Laufe des Stückes eigentlich in den Arm nehmen möchte. Er erleidet viele Rückschläge - bis er sich aufrappelt. Und wir haben mehrere starke Frauenfiguren im Stück. Ein Stück weit spielen wir mit der übertriebenen, teils toxischen Männlichkeit des Westerns. Und auch mit dem inhaltsfreien Heldengehabe und den pseudointellektuellen Sprüchen, die eigentlich komplett sinnlos sind. Beim Spielen im Moritzburg-Graben die letzten Jahre habe ich immer wieder gedacht, dass sich der Ort doch wunderbar für einen Western eignen würde. Der Kies und der Staub: Das ist einfach eine perfekte Kulisse! Und wir arbeiten mit vielen Verweisen auf diverse Filme. Klar, da dürfen auch Prostituierte, ein Saloon, und Anspielungen auf Bud Spencer oder Terence Hill nicht fehlen.
Zur Vorbereitung haben Sie bestimmt viele Filme geschaut. Was ist ein guter, was ein schlechter Western?
Ja, absolut. „The Good, the Bad and the Ugly“ von Sergio Leone ist beispielsweise ein guter Western: Vom Twist her gut - und auch bezüglich der Beziehungen zwischen den Figuren. Schlecht fand ich „Die glorreichen Sieben“ von John Sturges, eben wegen des sinnlosen Heldengehabes.
Sie haben zum ersten Mal den Sommertheater-Regiehut auf.
Nicht ganz, ich war ja schon 2025 Teil des Sommertheater- Regie-Quartetts. In diesem Jahr unterstützt mich der Leipziger August Geyler, den man von dem großartigen Format „Adolf Südknecht - Die Seifenoper-Improschau“ kennt, als Dramaturg. Und dadurch, dass Alexander Terhorst dieses Jahr keine Regie führt, kann er endlich wieder auf der Bühne stehen. Zudem ist Anna-Lisa Finke neu dabei. Und dieses Jahr kann man nicht nur auf unserer Homepage rechtzeitig Tickets reservieren und kaufen, sondern auch vor Ort mit Karte zahlen.
Drei Schafe für ein Halleluja, 1. Juli bis 3. September, Moritzburg-Graben, jeweils 19 Uhr, Tickets: https://apron.de
Text: Mathias Schulze, Bild: Martin Patze