Elka-Duo, 19. September 2025, 20.30 Uhr, Gaststätte Felsenblick
Das Elka-Duo, also Jan Möser und Edgar Bethmann, kehrt im September mit weiblichen Unterstützung auf die Bühne zurück. Den beiden Herren eilt der Ruf voraus, sich unermüdlich ihrer Lebensaufgabe, dem Erhalt des deutschen Schlagers, zu stellen. Das FRIZZ-Magazin hat bei Bethmann, Jahrgang ‘67, nachgefragt
Hallo Edgar Bethmann, Pressewaschzettel spricht von einer Debüt-CD, von einer Rückkehr. Was ist da los?
Das Elka-Duo ist 1998 aus einem kleinen Projekt anlässlich einer Ausstellungseröffnung entstanden. Erst spielten nur Jan und ich, daher das „Duo“ im Namen. Später holten wir noch die Mädchen dazu. Unsere einzige CD erschien 2003. Die ist so gut, dass wir es dabei beließen. Obwohl: 2014 gab es dann noch einen Konzertmitschnitt anlässlich des 50. Geburtstages von Moritz Götze.
Der Konzertmitschnitt …
… ist in kleiner Auflage auf Vinyl erschienen – mit höchstens zwei neuen Hits.
Und jetzt eine Rückkehr?
Zwischen unseren Auftritten liegen oftmals große Zeitspannen, daher ist gern von einer Rückkehr die Rede, wenn wir uns mal wieder die Ehre geben.
Warum nochmal, soll man jetzt den deutschen Schlager erhalten?
Das sagen wir ja gar nicht. Ich denke, der Schlager erhält sich ganz gut von selbst. Er spendet jenen Menschen Trost, die sich bei Jazz, Klassik oder auch im Hip-Hop nicht so wohl fühlen und lässt kurz die Illusion zu, die Welt wäre noch völlig in Ordnung. Wir sehen uns dennoch nicht unbedingt als Schlagerband, sind selber auch nur bedingt Fans dieses Genres.
Sie spielen also …
… schöne Lieder verschiedener Herkunft.
Gibt es deutschen Schlager, der nicht erhaltenswürdig ist?
Hier fiel mir zunächst „Erna kommt“ von Wolfgang Lippert ein. Aber, ich habe mal recherchiert: Der Song sollte sogar unter besonderem Schutz stehen!
Wie haben Sie denn Halle im Wandel der Zeit erlebt? Was sehen Sie, wenn Sie durch die Straßen laufen?
Wie schlimm es um Halle bestellt war, wurde mir erst klar, als ich Bildbände über die Stadt aufschlug. Selbst 1989 sah es noch aus, als wäre der Krieg gerade erst vorbei gewesen. Als Heranwachsendem war mir der desolate Zustand der Stadt nicht aufgefallen. Das Auge kannte ja nur grau. Schön, was für ein freundlicher Ort Halle geworden ist im Laufe der letzten Jahrzehnte. Wenn ich durch die Straßen laufe, sehe ich Schlaglöcher und denke, dass das der Osten ist, der sich wieder von unten heranschleicht.
Was ist Glück?
Da kann ich nur für mich sprechen. Glück ist, sich selbst zu kennen. Dazu eine Grundbescheidenheit dem Leben gegenüber zu pflegen und zu wissen, wie wenig man eigentlich braucht. Dazu viel Bewegung, immer gerne Sonne. Und Bier natürlich!
Text: Mathias Schulze
