Geneigte Leser*,
Monty Pythons und so gut wie alle anderen großen Philosophen haben sich an einer Frage die Zähne ausgebissen: Worin eigentlich besteht der Sinn des Lebens? Zurück blieben viele ausgebissene Zähne und wenige Antworten. Der Lösung am nächsten kamen vielleicht noch Monty Pythons selbst: „Spazierengehen, nett zu Nachbarn sein und nicht so fettig essen“. Und so blieb die Sinnsuche auf Dauer jung. Bis heute. Vielleicht muss sie das auch, denn egal wohin man schaut, die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt sich immer wieder neu. Zum Beispiel, wenn ein Bewohner meines Hauses die jugendmusikalischen Gewohnheiten, die die der WG von ganz oben so pflegt, kommentiert. Es ist nur ein winzig kleiner Ausschnitt aus dem großen gesellschaftlichen Kosmos. Aber schon da geht es los ...
Besteht der Sinn des Lebens demnach darin, Räppmusik zu hören oder darin normal zu sein. Und überhaupt, was ist schon normal? Ist der Räppmusiker normal oder ist der Normalo normal? Wir wissen es nicht. Und hat „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ (GZSZ) eigentlich jemals was zur Sinnstiftung beigetragen? Eher nicht, nehme ich an. Aber was weiß ich schon. Ich habe seit 1992 keine einzige Folge nicht verpasst.
Und so gehen sie dahin, die guten und die schlechten Zeiten. Mit und ohne Antwort auf derartige Fragen übrigens. Und überhaupt, liegt der Sinn des Lebens nicht vielmehr in seiner Sinnfreiheit, wie es Monty Pythons schon immer behauptet hatten? Ich glaube, die britischen Komiker hatten Recht. Sinnsuche nervt! Ich gehe jetzt spazieren und danach höre ich Räppmusik. Ganz gute Zeiten eigentlich. Und einen schönen Spätsommer auch …!
Eike Käubler
